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EDITORIAL

Fahrradfahren ist Freiheit

Fahrradfahren ist Freiheit. Das Gefühl der Freiheit vermittelt sich schon körperlich über den Fahrtwind, das Gleiten und die Geschwindigkeit, die es erlaubt, die Landschaft entlang der Strecke bewusst wahrzunehmen und gleichzeitig so viele Kilometer zurückzulegen, dass eine große Varianz der Eindrücke garantiert ist. Während meiner Studienzeit in Hamburg und anderen Großstädten Europas habe ich selten öffentliche Transportmittel benutzt, denn das Fahrrad – möglichst billig und alt, wegen der hohen Diebstahlrate – bot mir mehr Flexibilität, führte mich zuverlässig vorbei an jedem Stau.

Abb.: Annika Müller

Heute verbringe ich einen Großteil des Jahres in Katalonien, wo es das Fahrrad noch nicht in den Rang eines Transportmittels geschafft hat. Es ist dort entweder Kinderspielzeug oder teures Sportgerät. Das Freiheitsgefühl stellt sich dennoch zuverlässig auf den vielen einsamen Mountainbike-Strecken mit interessantem Höhenprofil und tollen Trail-Abfahrten in meiner Region ein. Doch sobald ich dort ein Stück auf der Straße fahren muss, ist der Spaß meist vorbei. Es gibt keine Radwege am Straßenrand, Autofahrer rechnen nicht mit Fahrradfahrern und wissen nicht, wie viel Abstand sie beim Überholen halten müssen. Vor allem dann, wenn man noch ein lebendes, schwankendes Gewicht im Kindersitz dabei hat, sorgt ein Straßenabschnitt trotz des geringen Verkehrsaufkommens für Angstschweiß. Mit meiner Tochter in die nächstgelegene Kleinstadt zu fahren und dabei die letzten 500 Meter auf einer Straße und nicht dem Feldweg zu fahren, ist dort mein tägliches Abenteuer.

Daher genieße ich zurück in Deutschland die tolle Infrastruktur. In Baden-Württemberg, wo ich aufgewachsen bin, habe ich von jeher das Erlebnis mehrtägiger Radwanderungen und Tagestouren im Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb, entlang des Neckars oder der Donau mit der Familie genossen. Dank E-Bike ist das auch heute noch möglich: Den Bericht über die Drei-Täler-Tour auf der Schwäbischen Alb in dieser Ausgabe (siehe ab Seite 36) habe ich mit meinem Vater recherchiert. Ich auf dem Mountainbike, er auf dem E-Bike. Großartig, wie das Grundprinzip des Fahrrads seit fast zwei Jahrhunderten unverändert bleibt, sich aber dennoch stets fortentwickelt.

Viel Vergnügen beim Lesen der neuen Bike&Travel wünscht


Annika Müller | Bike&Travel-Autorin

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