Magazin

EDITORIAL

Die Welt intensiver erleben

Warum steige ich eigentlich auf das Fahrrad, um Urlaub zu machen? Ich könnte doch ganz entspannt andere Pedale treten: Gas, Bremse, Kupplung. Mal kurz anhalten, ein Foto von einem schönen Aussichtspunkt machen, um ohne Schweißperlen am Ziel anzukommen. Alles schon gemacht!

Abb. (2): Luzia Pesch

Aber wenn ich im Sattel sitze, nehme ich die Welt um mich herum intensiver wahr. Ich spüre die Steigungen in den Waden, rieche die Blumen, sehe, wie eine Raupe die Straße überquert und schmecke das Meersalz, das in der Luft liegt. Es ist eine Reise mit allen Sinnen. In unserem Alltag geht es oft um Optimierung, damit in möglichst kurzer Zeit viel erledigt werden kann. Daher genieße ich es, Langsamkeit und Schnelligkeit auf dem Rad neu zu definieren.

Nach dem Hebridean Way in Schottland traf ich einen Radfahrer, der die Äußeren Hebriden als »wenig spektakulär« bezeichnete. In drei Tagen sei er »durch« gewesen. Ich dagegen habe insgesamt zehn Tage auf den Inseln verbracht und immer noch kam es mir vor, ich würde nur einen Bruchteil dessen wahrnehmen, was die Inseln zu bieten haben. Ich glaube, es ist alles eine Frage der Geschwindigkeit. Auch im Alltag.

Übrigens: einem Seemann musste ich versprechen, dass ich allen erzählen soll, wie nett die Menschen auf den Äußeren Hebriden sind – abgemacht! Ich wünsche Ihnen einen entschleunigten Radfrühling.


Ihre Luzia Pesch | Bike&Travel-Autorin

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