Zu Besuch bei den Wikingern

Auf dem Fjordpfad rund um den Roskilde-Fjord

Dänemarks Fjordland liegt nur rund 45 Fahrminutenmit der S-Bahn oder dem Auto von der dänischen Hauptstadt Kopenhagen entfernt. Michael Hennemann hat sichmit seiner Familie auf die Sättel geschwungen, um den einsamen Pfaden und Feldwegen rund umden Roskilde-Fjord zu folgen und hat dabei zahlreiche Spuren der Wikinger entdeckt.

042-049-Roskilde

Text/Bilder: Michael Hennemann

Sjælland, oder Seeland auf Deutsch, ist Dänemarks größte Insel und zugleich die mit der höchsten Bevölkerungsanzahl. Fast 40 Prozent aller Dänen leben hier, was in erster Linie an der dichtbesiedelten Metropolregion rund um die Hauptstadt Kopenhagen am Öresund liegt. Rund um den Roskilde-Fjord dagegen wartet eine einsame, hügelige Landschaft mit ruhigen Wäldern und ausgedehnten Sandstränden.

Als Startpunkt für die Rundfahrt um die etwa 40 Kilometer lange Förde haben wir uns das Örtchen Borrevejle knapp 15 Kilometer westlich von Roskilde ausgesucht. Der hiesige Zeltplatz »Borrevejle Camping og Hytter« liegt zwar in Sichtweite zum Wasser, wird aber wohl primär von Monteuren als Hüttenhotel genutzt.

So steht unser Campingbus Anfang August ganz allein auf der fußballfeldgroßen Wiese und die Kinder können gänzlich unbehelligt ihre Runden auf den Rädern drehen. Nach drei Stunden im Autositz hat sich so einiges an Energie angesammelt, die vor dem Schlafengehen noch abgestrampelt werden will.

Radlerparadies Dänemark

Am nächsten Morgen verstauen wir unsere Siebensachen in den Packtaschen und lassen das Auto an einem Pendlerparkplatz neben der Straße zurück. Auf den ersten Kilometern führt uns der Radweg neben der Landstraße parallel zur Autobahn weiter, dann biegen die Markierungen bei Kirke Sonnerup nach rechts ab, bringen uns nordwärts über die Autobahn und es wird schlagartig ruhiger. Weit kommen wir aber nicht, denn im Örtchen Englerup bremst uns ein technischer Defekt aus. »Gibt es eigentlich pannensichere Reifen für Kinderräder?«, frage ich mich, als wir in einer Bushaltestelle am Straßenrand Sohnemanns Reifen flicken.

Dänemark ist ein echtes Radfahrerparadies mit einem dichten Netz an markierten Radwanderwegen. Zu den landesweit 3.500 Fernradweg-Kilometern gesellen sich über 12.000 Kilometer beschilderte regionale und lokale Radwege, und an Routenoptionen mangelt es in Dänemark nicht.

Die übliche Markierung ist ein blaues Schild mit weißem Radsymbol. Es wird von einer Nummer ergänzt, die mehr über die Art des Radwanderwegs verrät. Nationale Radrouten sind an der weißen Nummer auf einem roten Quadrat zu erkennen. Strecken in Nord-/Südrichtung tragen eine ungerade, diejenigen von Ost nach West eine gerade Nummer. Ausnahmen bilden die Routen Nummer 10 (Bornholm) und 12 (Limfjord), die als Rundtouren angelegt sind. Regionale Radrouten wie der Fjordweg sind mit weißer Zahl zwischen 16 bis 99 auf blauem Grund gekennzeichnet, die Zahlen 100 bis 999 sind für lokale Radwege reserviert.

Hinter dem Örtchen Kyndeløse führen uns die kleinen blauen Markierungen mit der Zahl 40 von der Straße hinunter und direkt ans Wasser. Das ist schön, aber auch ziemlich anstrengend. Insbesondere die Feldwege haben es mit dem Kinderanhänger im Schlepptau in sich, denn zwischen den tiefen Spurrillen kann das Gras ungehindert wachsen. Zu allem Überfluss fängt es dann noch an, die sprichwörtlichen Bindfäden zu regnen. Und das so plötzlich und so schnell, dass uns keine Zeit bleibt, die Regenklamotten hervorzuholen und anzuziehen. An die Suche nach einer Möglichkeit zum Unterstellen ist überhaupt nicht mehr zu denken.

Gerade rechtzeitig, die Stimmung der Eltern hat den Tiefpunkt erreicht (der Nachwuchs stört sich wenig an der Sintflut und hat im Hänger seinen Spaß), erreichen wir in Vellerup einen schönen Strand. Der Sand, die Schaukel und natürlich die Pfützen kommen wie gerufen für eine Pause. Auch die Sonne lässt sich wieder blicken und ein Eis von dem kleinen Kiosk neben der Badestelle tut sein Übriges, um das Wohlbefinden aller großen und kleinen Teilnehmer der Reisegruppe wieder auf Urlaubsniveau zu heben.

Für die restlichen Kilometer des Tages führt der grasüberwachsene Weg immer direkt an der Küste entlang und am Abend haben wir die Zeltwiese Hammergården ganz für uns allein.


GPS-Daten | Länge ca. 150 km | Webcode #2278 | GPX Track herunterladen
Das Passwort (eine PIN-Nummer) zum Download des GPX-Tracks finden Sie in der aktuellen Bike&Travel-Ausgabe (2/2017) auf Seite 4 (Inhaltsverzeichnis), ganz links unten.


Den vollständige Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 2/2017 des Bike&Travel Magazins.

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