Fahrrad und Auto: Für Touren fernab der Heimat

Viele Reisende haben es immer mit dabei: das Fahrrad. Es hängt hinten am Wohnwagen oder Wohnmobil, es wird auf dem Autodach oder hintendran montiert transportiert oder auch mit ins Flugzeug genommen. Fahrradtouren sind einfach etwas Tolles und wenn man sie auch noch in der Ferne durchführen kann, ohne auf Leihräder setzen zu müssen, sind sie noch besser. Doch: Wie lässt sich das eigene Fahrrad gut und sicher in den Urlaub transportieren? Welcher Transport per Auto ist komfortabel und sicher? Dieser Artikel schaut sich das einmal an.

 

Abbildung 1: Wer das eigene Fahrrad mit auf die Autoreise nehmen möchte, benötigt dafür entsprechende Vorrichtungen. Bildquelle: @ Daniel Salcius / Unsplash.com

Dachgepäckträger

Dieser Gepäckträger ist jedem bekannt. Auf dem Autodach befindet sich eine Konstruktion, in der die Räder eingespannt und befestigt werden.

Diese Variante ist der absolute Klassiker, doch eignet sie sich nicht für jedes Auto. Voraussetzung sind Verankerungsmöglichkeiten, also eine Dachreling. Einige Autos haben sogar eigene Befestigungspunkte für Grundträger, die sich unter einer Klappe verbergen. Aufzupassen ist, dass das Auto samt Fahrrädern die 4-Meter-Marke nicht überschreiten darf. Und welche Vor- und Nachteile gibt es?

Die Vorteile

  • Klassiker – der Dachgepäckträger ist nicht nur bekannt und beliebt, er ist auch günstig. Die Modelle sind schon ab 200,00 Euro aufwärts erhältlich und somit erschwinglich.
  • Autonutzung – der Dachgepäckträger stört weder die Nutzung des Innenraums noch des Innenraums. Der Kofferraum kann also problemlos weiter geöffnet werden. Kombinierbarkeit – Dachfahrradvorrichtungen lassen sich oft mit Dachboxen kombinieren, sodass mehr Stauraum geschaffen werden kann.

Die Nachteile

  • Unhandlichkeit – sicher, ein gewöhnliches Rad lässt sich leicht aufs Dach hieven. Wer jedoch sein E-Bike mitnehmen möchte, der muss zuerst 25 Kilogramm auf das Dach befördern. Diesbezüglich ist zudem die Traglast des Daches zu berücksichtigen.
  • Luftwiderstand – die Fahrt mit dem Dachträger ist anders. Durch die Räder auf dem Autodach steigt der Luftwiderstand, was sich wieder auf den Spritverbrauch auswirkt.
  • Gefahren – in Slalomtests fielen in der Vergangenheit immer wieder Dachsysteme durch. Wahlweise knickten die Räder bei harschen Manövern um oder lösten sich aus den Halterungen.

Preislich sind Dachsysteme im Vorteil, doch die Handhabung ist bei Rädern nicht einfach. Selbst bei leichten Rädern geschieht es schnell, dass Kratzer in den Lack kommen. Allgemein wird empfohlen, die Flächen des Daches noch zusätzlich abzupolstern, damit die Räder keine ungewollten Spuren hinterlassen.

Träger für die Anhängerkupplung

Diese Lösungen sind teurer in der Anschaffung, werden aber immer häufiger bevorzugt. Allerdings eignen auch sie sich nicht für alle Fahrzeuge, denn der Träger liegt auf der Anhängerkupplung auf. Der Anhängerkupplungsträger darf übrigens nicht mit dem Heckgepäckträger verwechselt werden. Letzterer wird nur in die Heckklappe eingeklemmt, was nicht nur unsicherer ist, sondern bei den immer leichteren Fahrzeugmodellen teils gar nicht mehr umsetzbar ist. Die Heckklappe ist nicht für die Belastung ausgelegt.

Und wie schlägt sich der Träger für die Anhängerkupplung?

Die Vorteile

  • Universell – die Anhängerkupplung ist die Voraussetzung, doch passt jeder Träger auf sie. Das Fabrikat des Fahrzeugs spielt keine Rolle.
  • Zuladung – bis zu dreißig Kilo je Rad kann der Träger bewältigen. Das heißt, dass auch E-Bikes mitgenommen werden können.
  • Komfortabel – durch die geringe Höhe lässt sich der Träger hervorragend beladen.

Die Nachteile

  • Kupplung – sie ist eine Voraussetzung, wodurch mitunter neue Kosten anfallen.
  • Beleuchtung – der Träger benötigt eigene Rückleuchten, teilweise sind Warnschilder notwendig.
  • Preis – der Kupplungsträger ist teurer als der Dachträger. Im Schnitt beginnen die Preise bei 300,00 Euro.

Je nach Modell besitzt der Träger nicht nur Auffahrschienen, sondern kann im Stand abgeklappt werden, sodass die Heckklappe geöffnet werden kann. Hier wird eine Übersicht über verschiedene Modelle geboten, um als Nutzer eine fundierte Kaufentscheidung treffen zu können.

Was ist beim Kauf zu beachten?

Mittlerweile kommt es tatsächlich auf die eigenen Fahrräder an. Wer mit E-Bikes in den Urlaub möchte, der muss Belastungsgrenzen beachten, die für normale Räder nicht interessant sind. Generell sind alle Trägersysteme für elektrische Räder geeignet. Dennoch ist die Traglast des jeweiligen Modells interessant, denn liegt die bei 70 Kilogramm, ist das Limit mit zwei Bikes ausgereizt. Der ADAC empfiehlt zudem, E-Bikes nicht auf dem Autodach zu transportieren. Grundsätzlich gilt beim Kauf:

  • Vergleichen – die Träger sollten grundsätzlich verglichen werden. Wobei nun auch das eigene Auto mitberücksichtigt werden muss, wie auch die eigenen Räder. Der Preis steht erst danach zum Vergleich.
  • Erfahrungen – bezüglich der Träger hilft es immer, die entsprechenden Testberichte zu lesen. Die Autoclubs und Autozeitungen prüfen und testen die Fahrradträger sehr regelmäßig. Auch Erfahrungen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis könnten hilfreich sein, ganz besonders, wenn es um das Handling geht.
  • Prüfsiegel – diesbezüglich müssen Kunden genau aufpassen. Es scheint so, als hätten in der Vergangenheit zwar Hersteller ein TÜV-Zeichen für die Verpackung erhalten, nicht aber für das Gerät. Für den Kunden ist es jedoch später nicht ersichtlich, dass sich das Siegel gar nicht auf den Träger bezieht.

Wer einen Träger gefunden hat, der sollte auf eine sichere Befestigung achten und die Räder ebenfalls gut sichern. Meist wird empfohlen, den Sattel abzumontieren, dann aber das Rohr zu verschließen, damit kein Wasser eindringt. Lässt sich der Akku von E-Bikes entfernen, so sollte das auch geschehen.

Bei Kupplungsträgern liegt keine Geschwindigkeitsbegrenzung vor, doch empfehlen die Hersteller, nicht schneller als 120 km/h zu fahren. Bei Dachgepäckträgern sollte die Höchstgeschwindigkeit auch in dem Bereich liegen.

 

Abbildung 2: Auch für Wohnmobile existieren entsprechende Vorrichtungen. Bildquelle: @ Lucas Miguel / Unsplash.com

Fazit – eine sichere Entscheidung fällen

Um das Fahrrad mit auf die Tour zu nehmen, ist ein Transportgestell notwendig. E-Bikes lassen sich kaum auf dem Dach transportieren und selbst, wenn das Dach eine ausreichende Traglast hat, so ist es äußerst kompliziert, das Rad erst einmal hochzuhieven. Die Kupplungs-Fahrradträger werden allgemein empfohlen, da sie als sehr sicher gelten und sich wenig auf die Fahrtweise auswirken. Reine Heckklappenträger, die in die Heckklappe eingespannt werden, sind bei E-Bikes oft nicht nutzbar, da die Klappe das Gewicht nicht tragen kann.

 

 

 

 

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