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EDITORIAL

Multimodal unterwegs

In meiner Heimatstadt Karlsruhe gibt es eine neue Fahrradstation hinter dem Hauptbahnhof. Ein ehemaliges Parkhaus dient nun als Garage für 680 Räder. Es gibt sogar eine »zweite Reihe«, ein Stockwerk über dem Boden. Ich habe mir die neue Fahrradstation angesehen und war überrascht, wie hell und sauber es hier ist. »Parkaus-Grusel-Gefühl«: Fehlanzeige. Stattdessen empfangen mich bunte Farben auf Böden, an denWänden, Türen und Griffen der Fahrradständer. Dies erleichtert nicht nur das Wiederauffinden des eigenen Fahrrads, sondern sorgt auch für eine positive Atomsphäre.

Abb.: swiss-image.ch

Für Lastenräder und Fahrräder mit Anhänger gibt es Fahrradständer. Natürlich können hier auch E-Bikes aufgeladen werden. Fahrradpendler werden außerdem einen Umkleidebereich mit Sitzbänken, eine Trinkwasserstation, eineWerkstatt mit den wichtigsten Utensilien sowie verschließbare Spinde zu schätzen wissen. Der Umbau der ehemaligen Autogarage hat 620.000 Euro gekostet – eine tolle Investition, finde ich. Denn bereits die erste Fahrradstation vor dem Hauptbahnhof ist inzwischen ständig ausgelastet. Wer seinen geliebten Drahtesel in der Fahrradstation parken möchte, zahlt einen Euro für eine Tageskarte, 8,50 Euro im Monat oder 75 Euro für eine Dauerkarte.

Der Trend, multimodal unterwegs zu sein, ist in Karlsruhe (und sicherlich auch in vielen anderen Städten Deutschlands) gut spürbar. So kommt man morgens mit dem Fahrrad zum Hauptbahnhof und steigt dann zum Beispiel auf die Bahn um, um im Umland zur Arbeit zu kommen. Man nutzt also für einenWeg verschiedene Verkehrsmittel, je nach Bedarf.

Am Wochenende muss das Bike aber nicht zwischengeparkt werden, denn dann geht’s ganz einfach von Karlsruhe aus in eine der schönsten Regionen Europas: in den Schwarzwald, den Pfälzer Wald, ins Kraichgau oder in die französischen Vogesen – ja, in der Fahrradstadt Karlsruhe wohnen zu dürfen, ist etwas Feines! Wo es sich aber definitiv auch noch lohnt, in den Sattel zu steigen, das lesen Sie in dieser Ausgabe.

Viel Vergnügen und einen herrlichen Bike-Sommer!


Ihre Loren Nowak | Bike&Travel-Redakteurin