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EDITORIAL

Fahrradwege statt Flugtaxis

Mit lautem PR-Getrommel wurden der Öffentlichkeit in den letztenWochen neue Transportmittel vorgestellt, die (angeblich) die Verkehrssituation entlasten sollen. Viel Hype gab es um die neuen Flugtaxis, und ganz aktuell zieht der Elektro-Scooter die Aufmerksamkeit auf sich – Entlastung der Straße oder doch eher ein Fußgängerschreck? Abgesehen von den mangelnden Transportkapazitäten für unseren Wocheneinkauf im Bioladen ist das Ganze doch ein durchschaubares Ablenkungsmanöver.

 

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Denn die Förderung des Fahrradverkehrs seitens der Politik ist äußerst dürftig, und in den Städten wird um jeden Zentimeter Straßenraum gekämpft, bei immer noch voluminöseren Autotypen. Dabei ist gerade das Fahrrad eine der genialsten Erfindungen überhaupt und dessen Nutzung unabhängig vom Fitness-Effekt ein wichtiger Beitrag zur geforderten Klimaneutralität. Ein Schritt raus aus der Komfortzone würde schon helfen. Auch an meinem Wohnort gibt es viele, die einfach aus Bequemlichkeit ins Auto steigen, sogar für Entfernungen von nur ein, zwei Kilometern. Ich sage nur: ab aufs Radl! Abgesehen vom Alltag ist das Fahrrad ein hervorragendes Urlaubs-Gefährt und bestens geeignet zum Entdecken neuer Regionen mit angemessener Geschwindigkeit. Selber durfte ich für diese Ausgabe sportlich über einige Pässe in Richtung Gardasse schwitzen, und auch im Schwarzwald, auf der Via Claudia Augusta über die Alpen und rund um den Wetterstein verbrennt man einige Kalorien. Für Wochenenden bieten die WasserRadlWege Oberbayern und die Vennbahn-Route so einiges, und Genussradler lernen im Burgund die Finessen der französischen Küche kennen. Radl-Fernreisende kommen in der Karibik auf ihre Kosten bei einer »fidelen« Tour durch Kuba, mit vielen netten Menschen, Rum und Salsaklängen.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen und einen tollen Radsommer!

Ihr Andreas Friedrich | Autor Bike&Travel